🧭 Alltag & Profession
Der Alltag in Sozialer Arbeit und Pädagogik ist geprägt von Routinen, Entscheidungen und Beziehungen. Fachkräfte handeln dabei nicht nur auf Grundlage fachlicher Konzepte, sondern auch innerhalb institutioneller Vorgaben, gesellschaftlicher Erwartungen und eigener biografischer Prägungen. Diese Ebenen wirken im professionellen Handeln stets zusammen – oft implizit, selten widerspruchsfrei.
Für die Auseinandersetzung mit Stimmen und Perspektiven von Sinti*zze und Rom*nja ist es daher zentral, den professionellen Alltag selbst als Erfahrungsraum zu verstehen: als Ort, an dem Machtverhältnisse wirksam werden, aber auch als Raum für Lernen, Irritation und Veränderung.
🔍 Perspektiven sichtbar machen – ohne zu vereinnahmen
Stimmen aus den Communities von Sinti*zze und Rom*nja eröffnen Einblicke in Alltagserfahrungen mit Institutionen, Bildung, Verwaltung oder Sozialarbeit. Sie zeigen, wie professionelles Handeln wahrgenommen wird – unterstützend, begrenzend oder ambivalent.
Eine rassismuskritische Praxis nutzt diese Perspektiven nicht als „Fallbeispiele“, sondern als Wissensquellen, die bestehende Normalitätsannahmen hinterfragen. Entscheidend ist dabei, Erfahrungen ernst zu nehmen, ohne sie zu verallgemeinern oder für pädagogische Zwecke zu instrumentalisieren.
⚖️ Zwischen professioneller Rolle und institutioneller Logik
Fachkräfte bewegen sich im Spannungsfeld zwischen persönlicher Haltung, professioneller Verantwortung und institutionellen Logiken. Stimmen aus der Praxis machen deutlich, dass gut gemeintes Handeln nicht automatisch diskriminierungsfrei wirkt.
Eine machtkritische Perspektive lenkt den Blick darauf, wie Strukturen Handeln rahmen, Entscheidungen vorstrukturieren und Deutungen nahelegen. Dies ermöglicht es, Verantwortung differenziert wahrzunehmen, ohne individuelle Schuldzuschreibungen zu reproduzieren.
🌱 Lernen im Dialog
Alltag und Profession sind keine abgeschlossenen Kategorien, sondern dynamische Prozesse. Der Austausch mit unterschiedlichen Perspektiven – insbesondere mit communitybasiertem Erfahrungswissen – eröffnet dialogische Lernräume. Diese sind nicht konfliktfrei, aber produktiv: Sie erlauben es, Unsicherheiten zu benennen, Widersprüche auszuhalten und professionelle Routinen zu hinterfragen.
Eine dialogische Haltung bedeutet dabei nicht Einigkeit, sondern Respekt vor unterschiedlichen Positionierungen und die Bereitschaft, eigene Annahmen zu überprüfen.
📝 DINA NRW: Diskriminierung anonym melden (externe Meldestelle)
[Link öffnet neue Website – geprüft am 28.09.2025.]
🎬 Externer Videolink zum Mitdenken:
Soziale Arbeit erinnert sich nicht! Wirkungsgeschichte von Antiziganismus in der Sozialen Arbeit.
[Link öffnet neue Website – geprüft am 28.09.2025.]
(Hinweis: Es werden historische Gewalt- und Verfolgungskontexte sowie belastende Erfahrungen thematisiert; auch verletzende Fremdbezeichnungen werden als Thema angesprochen.)
🎬 Externer Videolink zum Mitdenken:
Frühpädagogik/Kita als institutioneller Alltag
[Link öffnet neue Website – geprüft am 28.09.2025.]
(Hinweis: Es werden historische Gewalt- und Verfolgungskontexte sowie belastende Erfahrungen thematisiert; auch verletzende Fremdbezeichnungen werden als Thema angesprochen.)
🌐 Externe Quellen / Materialien (außerhalb)
📄Studie zu Rassismuserfahrungen von Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland
Herausgeber*in: Alice Salomon Hochschule
Letzte Überprüfung des Links: 30.10.2025
🎓 Fortbildungshinweise
Wenn Sie die einzelnen Themen vertiefen oder im Team weiterdenken möchten stehen begleitend Fortbildungsangebote zur Verfügung.