✨ Empowerment, Widerstand & Selbstorganisation
Dieser Wissensbereich richtet den Blick bewusst auf Ressourcen, Handlungsmacht und kollektive Strategien von Sinti*zze und Rom*nja. Ziel ist es, Defizitnarrative zu vermeiden und stattdessen sichtbar zu machen, wie Menschen und Communities aktiv auf Ausgrenzung reagieren, Räume der Selbstbestimmung schaffen und gesellschaftliche Teilhabe einfordern. Die Inhalte sind analytisch eingeordnet und zugleich anschlussfähig an professionelle Praxis.
🧭 Historische und aktuelle Selbstorganisation
Selbstorganisation hat für Sinti*zze und Rom*nja eine lange Geschichte. Sie entwickelte sich als Reaktion auf Ausgrenzung, fehlende politische Repräsentation und verweigerte Anerkennung. Bürgerrechtsbewegungen, lokale Initiativen und transnationale Netzwerke haben maßgeblich dazu beigetragen, Verfolgungsgeschichte sichtbar zu machen, Rechte einzufordern und kollektive Interessen zu vertreten. Auch heute spielen Selbstorganisationen eine zentrale Rolle als Wissensproduzentinnen, Interessenvertretungen und Ansprechpartnerinnen für Institutionen.
🔑 Empowerment-Ansätze aus Forschung und Praxis
Empowerment bezeichnet Prozesse der Stärkung von Selbstbestimmung, Handlungsmacht und kollektiver Wirksamkeit. In der Forschung wird Empowerment als Gegenentwurf zu paternalistischen Unterstützungslogiken verstanden. In der Praxis bedeutet dies, Ressourcen anzuerkennen, Entscheidungsräume zu öffnen und Perspektiven von Sinti*zze und Rom*nja aktiv einzubeziehen. Empowerment ist dabei kein individuelles „Motivationskonzept“, sondern ein struktureller Ansatz, der Machtverhältnisse reflektiert.
📚 Rolle von Bildung, Kultur und politischem Engagement
Bildung, kulturelle Arbeit und politisches Engagement sind zentrale Felder von Empowerment und Selbstorganisation. Bildungsinitiativen, kulturelle Projekte und öffentliches Erinnern tragen zur Stärkung von Identität, Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Anerkennung bei. Politisches Engagement – lokal wie überregional – ermöglicht es, strukturelle Ausschlüsse zu benennen und Veränderungsprozesse anzustoßen. Diese Aktivitäten sind nicht ergänzend, sondern konstitutiv für gesellschaftliche Teilhabe.
🧩 Kurzkontext – Anschluss an die Praxis:
Die Auseinandersetzung mit Empowerment, Widerstand und Selbstorganisation bereitet den Übergang zur Praxisbereich: Methoden & Handlungshilfen vor. Sie unterstützt Fachkräfte dabei, Zusammenarbeit nicht als Hilfeleistung, sondern als kooperative Beziehung zu gestalten und bestehende Ressourcen gezielt einzubeziehen.
⚖️ Spannungsverhältnis zwischen Anpassung und Widerstand
Empowerment bewegt sich häufig in einem Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand. Einerseits erfordern institutionelle Kontexte Anpassungsleistungen, andererseits entstehen aus Erfahrungen von Diskriminierung Formen des Widerstands. Beides sind legitime, situationsabhängige Strategien. Für Fachkräfte ist es wichtig, dieses Spannungsverhältnis nicht zu bewerten, sondern als Ausdruck erfahrungsbasierter Handlungsmacht zu verstehen.
🎬 Externer Videolink zum Mitdenken:
Uni Romnja - Romnja Feminismus: Politisierung der Biographie als Ermächtigungsstrategie...
[Link öffnet neue Website – geprüft am 28.09.2025.]
(Hinweis: Es werden historische Gewalt- und Verfolgungskontexte sowie belastende Erfahrungen thematisiert; auch verletzende Fremdbezeichnungen werden als Thema angesprochen.)
🎬 Externer Videolink zum Mitdenken:
Empowermentbeispiel: Mädchengruppe Romani Chaj
[Link öffnet neue Website – geprüft am 28.09.2025.]
(Hinweis: Es werden historische Gewalt- und Verfolgungskontexte sowie belastende Erfahrungen thematisiert; auch verletzende Fremdbezeichnungen werden als Thema angesprochen.)
🎬 Externer Videolink zum Mitdenken:
Nizaqete Bislimi-Hošo, Rechtsanwältin & Verbansvorsitzende
[Link öffnet neue Website – geprüft am 28.09.2025.]
(Hinweis: Es werden historische Gewalt- und Verfolgungskontexte sowie belastende Erfahrungen thematisiert; auch verletzende Fremdbezeichnungen werden als Thema angesprochen.)
🌐 Externe Quellen / Materialien (außerhalb)
📄 Empowerment von Sinti*zze und Rom*nja – Studie
Herausgeber*in: Hochschule Mittweida
Letzte Überprüfung der Links: 28.09.2025
🎓 Fortbildungshinweise
Wenn Sie die einzelnen Themen vertiefen oder im Team weiterdenken möchten stehen begleitend Fortbildungsangebote zur Verfügung.
🔗 Weiterführende Themen auf dieser Wissenspattform
Selbstorganisation & Engagement
Strukturen, Macht & Institutionen
Historische Hintergründe & Kontinuitäten
Praxisbaustein: Struktur statt Person
Lebensrealitäten von Sinti*zze & Rom*nja
Erfahrungs- & Positionierungswissen