BIPoC Black, Indigenous, People of Color
Kurzdefinition:
BIPoC* ist ein politischer Sammelbegriff, der Schwarze Menschen, Indigene Gemeinschaften und People of Color bezeichnet. Er dient dazu, gemeinsame Erfahrungen von Rassismus, Kolonialismus und struktureller Ausgrenzung sichtbar zu machen, ohne Hierarchien zwischen diesen Gruppen aufzulösen.
Einordnung für die Soziale Arbeit und Pädagogik:
In der Sozialen Arbeit und Pädagogik wird BIPoC* häufig genutzt, um rassismuskritische Perspektiven zu bündeln und Machtverhältnisse zu analysieren. Zugleich ist der Begriff kontextabhängig und nicht als einheitliche Identitätszuschreibung remindert. Für professionelle Praxis ist entscheidend, BIPoC* als Analyse- und Solidaritätsbegriff zu verstehen – nicht als homogene Kategorie.
Bezug zu Rom*nja und Sinti*zze:
Rom*nja und Sinti*zze identifizieren sich nicht pauschal mit dem Begriff BIPoC*.
Gleichzeitig gibt es Rom*nja und Sinti*zze, die sich situativ oder ausdrücklich als Teil von BIPoC* verstehen – etwa
• als Indigene Europas,
• als Schwarze Rom*nja,
• oder als People of Color.
Ob und wie BIPoC* verwendet wird, ist daher eine Frage der Selbstpositionierung und kein Fremdzuschreibungsrecht.
Bedeutung für professionelles Handeln:
Für Fachkräfte bedeutet ein reflektierter Umgang mit dem Begriff,
• BIPoC* nicht pauschal auf Rom*nja und Sinti*zze anzuwenden,
• Selbstbezeichnungen und Mehrfachzugehörigkeiten zu respektieren,
• Überschneidungen zwischen Rassismusformen mitzudenken, ohne Unterschiede zu verwischen,
• und Analysebegriffe klar von Identitätszuschreibungen zu trennen.
Professionelles Handeln heißt hier, Sprache kontextsensibel und machtkritisch einzusetzen.
Praxisrelevante Reflexionsfragen:
• Nutze ich BIPoC* als Analysebegriff oder als Identitätszuschreibung?
• Wessen Selbstbezeichnung steht im Mittelpunkt meiner Praxis?
• Wo hilft der Begriff, Solidarität zu denken – und wo verdeckt er spezifische Erfahrungen?
→ Weiterführende Themen:
Intersektionalität, Weißsein, Machtverhältnisse, Diskurse